20-09-2016, 17:18
Was die implizite Vogelmutter-Metaphorik in Gen 1,2 betrifft, so lässt sie sich auf die typisch altorientalische Assoziation von Mutter-, Himmels- und Liebesgöttin mit der Taube zurückführen. Beispiele sind die syrischen Göttinnen Astarte und Aschera und die mesopotamische Ischtar (= Ex-Inanna). Das Wasser-Motiv verdankt sich ebenfalls der altorientalischen Assoziation von weiblicher Fruchtbarkeit und Wasser infolge der Beobachtung, dass menschliches Leben in Fruchtwasser entsteht. Die Kombination beider Symbolismen verkörpert wohl am deutlichsten die mit Wasser und Taube eng verbundene persische Fruchtbarkeits- und Liebesgöttin Anahita.
Man kann sich natürlich fragen, was den priesterlichen Autor (Genesis 1,1-2,4 gehört zur ´priesterschriftlichen´ Quelle der Genesis) dazu bewogen hat, in einem kurzen Satz auf einen weiblichen Schöpfungsmodus anzuspielen, um gleich im nächsten Satz zum typisch maskulinen Modus der Schöpfung durch das Wort überzugehen, welche - was nicht sehr bekannt ist - ihr Vorbild im Schöpfungsmodus des ägyptischen Gottes Ptah hat. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich also, dass Gen 1-3 nicht zwei, sondern drei Schöpfungsberichte enthält (einen maternalen und zwei paternale), von denen der erste nur (redaktionell?) verstümmelt überlebt hat.
Das Taubenmotiv im Kontext der Ruach findet sich natürlich auch im NT, wo die Taube mit dem Wasser im Narrativ der Taufe des Jesus eng assoziiert ist.
Auf die Ampel-Analogie gehe ich aus Zeitgründen später ein.
Man kann sich natürlich fragen, was den priesterlichen Autor (Genesis 1,1-2,4 gehört zur ´priesterschriftlichen´ Quelle der Genesis) dazu bewogen hat, in einem kurzen Satz auf einen weiblichen Schöpfungsmodus anzuspielen, um gleich im nächsten Satz zum typisch maskulinen Modus der Schöpfung durch das Wort überzugehen, welche - was nicht sehr bekannt ist - ihr Vorbild im Schöpfungsmodus des ägyptischen Gottes Ptah hat. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich also, dass Gen 1-3 nicht zwei, sondern drei Schöpfungsberichte enthält (einen maternalen und zwei paternale), von denen der erste nur (redaktionell?) verstümmelt überlebt hat.
Das Taubenmotiv im Kontext der Ruach findet sich natürlich auch im NT, wo die Taube mit dem Wasser im Narrativ der Taufe des Jesus eng assoziiert ist.
Auf die Ampel-Analogie gehe ich aus Zeitgründen später ein.
