Das ist die deutsche Wohlfuehl-Oasen-Position.
Ich kann mich noch sehr gut an die Diskussionen erinnern, die ich in Deutschland hatte, nachdem ich nach einem guten Jahrzehnt in den USA wieder nach Europa uebergesiedelt bin. Meine Zeit in den USA hatte mir schon damals klar gemacht, dass dieses deutsche Grundvertrauen, die eigene Verteidigung komplett den USA ueberlassen zu koennen, aber gleichzeitig zu meinen, einen auch auf der anderen Seite des Teichs zunehmend wahrnehmbaren Antiamerikanismus zu pflegen, ein aeusserst gefaehrlicher Weg ist. Ich fand diese oft zusammen in denselben Personen zu findenden Positionen, gelinde gesagt, bizarr.
Nur weil Polen jetzt in der NATO ist, heisst es nicht, man ist unangreifbar, wie mir immer wieder erzaehlt wurde. "Wer sollte uns denn angreifen? Keines der Nachbarlaender ist uns feindlich gesinnt." Das gilt genau bis zu dem Moment, bis es halt anders ist. Und wehe dem, der dann nicht vorbereitet ist. Wer sich nicht verteidigen kann, macht sich selbst zum Opfer.
Oder "Die Amerikaner wuerden uns bei einem Angriff mit Atomwaffen beschuetzen.". Das ist auch so eine Wolkenkuckkucks-Position. Auch die USA haben zu Vertraegen ein eher flexibles Verhaeltnis, was sich wohl aus ihrer geostrategischen Position erklaert. Im Verteidigungsfall wuerde das Parlament darueber abstimmen, ob sie helfen oder nicht, und dessen Zustimmung zu einem Einsatz von bestimmten Waffen fuer ein anderes Land ist keineswegs sicher. Oder anders ausgedrueckt: auch das faellt unter "bequeme Illusion".
Und Saetze wie diese:
Spruecheklopfen im Angesicht der Aggression kommt anscheinend immer gut. Wie waer's mit dem Spruch:
"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt"
Und die weit ueber die Ukraine hinausgehenden Drohungen des besagten Nachbarns hast Du anscheinend ueberhoert.
Ansonsten: Zur Liebe gehoeren wenigstens zwei (obwohl einige Leute wohl auch mit sich selbst als Subjekt und Objekt auskommen).
Dann lerne halt schneller. Die Realitaet hat mittlerweile Deine geliebten Sprueche unter den Ketten von Panzern zermalmt.
Ich kann mich noch sehr gut an die Diskussionen erinnern, die ich in Deutschland hatte, nachdem ich nach einem guten Jahrzehnt in den USA wieder nach Europa uebergesiedelt bin. Meine Zeit in den USA hatte mir schon damals klar gemacht, dass dieses deutsche Grundvertrauen, die eigene Verteidigung komplett den USA ueberlassen zu koennen, aber gleichzeitig zu meinen, einen auch auf der anderen Seite des Teichs zunehmend wahrnehmbaren Antiamerikanismus zu pflegen, ein aeusserst gefaehrlicher Weg ist. Ich fand diese oft zusammen in denselben Personen zu findenden Positionen, gelinde gesagt, bizarr.
Nur weil Polen jetzt in der NATO ist, heisst es nicht, man ist unangreifbar, wie mir immer wieder erzaehlt wurde. "Wer sollte uns denn angreifen? Keines der Nachbarlaender ist uns feindlich gesinnt." Das gilt genau bis zu dem Moment, bis es halt anders ist. Und wehe dem, der dann nicht vorbereitet ist. Wer sich nicht verteidigen kann, macht sich selbst zum Opfer.
Oder "Die Amerikaner wuerden uns bei einem Angriff mit Atomwaffen beschuetzen.". Das ist auch so eine Wolkenkuckkucks-Position. Auch die USA haben zu Vertraegen ein eher flexibles Verhaeltnis, was sich wohl aus ihrer geostrategischen Position erklaert. Im Verteidigungsfall wuerde das Parlament darueber abstimmen, ob sie helfen oder nicht, und dessen Zustimmung zu einem Einsatz von bestimmten Waffen fuer ein anderes Land ist keineswegs sicher. Oder anders ausgedrueckt: auch das faellt unter "bequeme Illusion".
Und Saetze wie diese:
(13-05-2022, 01:13)Sinai schrieb: Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin
Spruecheklopfen im Angesicht der Aggression kommt anscheinend immer gut. Wie waer's mit dem Spruch:
"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt"
Und die weit ueber die Ukraine hinausgehenden Drohungen des besagten Nachbarns hast Du anscheinend ueberhoert.
Ansonsten: Zur Liebe gehoeren wenigstens zwei (obwohl einige Leute wohl auch mit sich selbst als Subjekt und Objekt auskommen).
(13-05-2022, 01:13)Sinai schrieb: Das hab ich das ganze Leben gelernt. Und jetzt ist der Anlaßfall - und da will ich meine Erziehung nicht gleich beim ersten Anlaß ("Ukraine") über Bord werfen
Dann lerne halt schneller. Die Realitaet hat mittlerweile Deine geliebten Sprueche unter den Ketten von Panzern zermalmt.


