15-06-2007, 21:42
Presbyter schrieb:...Ich glaube das "religöse Gefühle", ich würde es lieber mystische Erfahrungen nennen, nicht selten durch intensive Einbeziehung des eigenen Leibes in eine Gotteserfahrung erfahrbar werden....Ich höre aus solchen "Erfahrungen"
ein Gefühl dafür zugeben, dass spirtiuelle Erfahrungen eher im Kontext des eigenen hineingenommen seins in eine alle Sinne ansprechende Erfahrung des Heiles in Christus ist.
eher Formeln heraus, als konkrete Bekenntnisse.
Was ist den für dich die "Einbeziehung des eigenen Leibes in eine Gotteserfahrung"? Was ist das Kriterium, dass du Gott erfährst und nicht deine eigene Spiegelung von religiösen Bildern und traditionellen Vorstellungen?
Wann wirst du "hineingenommen in eine...Erfahrung des Heiles in Christus"? Was gehört dazu? Wo steht in der Botschaft Jesu etwas von "Gotteserfahrungen" dieser individuellen Art?
Machten da nicht eher Pater Boff und Erzbischof Romero "Gotteserfahrungen" in ihrem Einsatz für die Entrechteten?
Spürte da nicht Dietrich Bonhoeffer im Widerstand gegen die Nazis in der Nachfolge Jesu eine "Geborgenheit", die ethischem Handeln, aber nicht kultischen Formen entsprang?
Presbyter schrieb:..In diesem Sinne denke ich schon, dass Begrifflichkeiten und nennen wir es wortlastige Predigtgottesdienste wenig zur religösen Erbauung dienen.Es kommt auch hier wieder darauf an,
was man unter "religiöser Erbauung" versteht.
Dir würden hier alle protestantischen Pietisten und Pfingstgemeindler zustimmen. So etwas kommt auch an, wie man in Brasilien sieht, wo die protestantischen Pfingstgemeinden die kath. Kirche verdrängen.
Wer allerdings erkennt,
dass "wortlastige Gottesdienste" Besinnungen sind, auf die Taten folgen müssen, die gemeinschaftliche Fürsorge im sozialen Bereich zur Folge haben usw., der entdeckt gerade in den Taten der Nachfolge Jesu eine Menge Möglichkeiten zur "Gotteserfahrung" im Geist der geschwisterlichen Liebe. Jesus geht es um das "Tun des Willens Gottes" (Matthäus 7,21-23) nicht um das "Herr-Herr-Sagen".
Vielleicht sind wir deshalb noch so weit weg von einer gerechteren Welt, weil die mystischen Erfahrungen des Einzelnen für die eigentlichen Gotteserfahrungen gehalten wurden, die Ethik Jesu aber für "normales Gutmenschentum".
Presbyter schrieb:..Vieleicht ist es daher auch ein Zeichen gelebter Ökumene, wenn die Gemeinschaften der Reformation wieder eine Gefühl für die sinnliche Bedetung religöser Erfahrungen bekommen.Dann sieh dir mal die Evangelikalen und ihre Wiedergeburten (siehe Bush), ihre Bekehrungserlebnisse oder Gebetsgemeinschaften an. Zu den Pfingstkirchen siehe oben.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


