Quetsche2000 schrieb:...Pfarrer von Hirzenhain (Mittelhessen)...veranstaltete seinerzeit eine medienwirksame Gedenkveranstaltung. Der Grund, im April 1945 wurden 87 Frauen und Männer vor Ort von der Gestapo erschossen, ehemalige Zwangsarbeiter.Was sollte der Pfarrer auch sagen
Dabei lies der Mann einen selbstgerechten Spruch von der Kanzel, wie ich ihn nicht glauben wollte.
"Der Krieg auf dem Balkan und die dortigen Greueltaten haben uns hier und heute nicht zu interessieren. Hier geht es um die Gewalt, welche von Deutschen hier vor Ort angetan wurde.!"
Wochen später fragte ich den Mann, wo denn der Unterscheid sei, wenn er persönlich vor die Wahl gestellt würde, in Serbien oder in Auschwitz gefoltert und getötet zu werden?
Er blickte mich verdattert an und schwieg.
wenn ihn einer fragt, der sich nicht auf differenzierte Gedanken einlassen will, sondern Pauschalisierungen vorzieht.
Dass es auf einer Gedenkfeier
zu einem Massenmord der Gestapo um "Gewalt geht, welche von Deutschen hier vor Ort angetan wurde", lässt sich ja wohl kaum bestreiten. Das heißt doch nicht, dass ihn der Krieg auf dem Balkan überhaupt nicht interessiert, wenn er hier und heute über deutsche Verbrechen sprechen will.
Außerdem ist zwischen den Gräueltaten in Serbien
und dem industriellen Massen- und Völkermord in Auschwitz mit all seiner deutschen Gründlichkeit in statistischer Erfassung, Menschenversuchen, Behörden-, Industrie- und Transportlogistik usw. natürlich noch ein gewaltiger Unterschied.
Auch diese tolle Beispielgeschichte
eignet sich in meiner Sicht schlecht, nach deiner bewährten Methode auf Pfarrer und Kirche einzudreschen. Da muss man sich schon argumentativ ein bisschen wärmer anziehen.
Dein permanentes Pfarrer-Klatschen wird immer bumerangartiger.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


