02-09-2008, 12:23
(02-09-2008, 11:47)Faranox schrieb:(02-09-2008, 10:30)Julchen schrieb: ...das es nicht so sein soll (egoistisch) aber doch so ist, ist eine Tatsache, die es nicht gerade einfacher macht.
Du nimmst als Vergleich den Selbsterhaltungstrieb der Tiere. Nun denke ich der Unterschied zum Menschen, ist wohl der, dass wir einen Verstand mit bekommen haben, den dürfen wir auch einsetzen. Vondaher hinkt der Vegleich zu den Tieren.
Du beziehst dich hier auf den Verstand, aber wie lange ist denn dieser Verstand schon so weit entwickelt wie heute? Der Verstand, unsere Anpassungsfähigkeit, unser freies Denken, all das war doch nicht von Anfang an da, zumindest nicht in dieser Form, wie wir es heute verstehen. In der Steinzeit hatten die Menschen längst nicht so einen Verstand und worin ich dir auch widersprechen muss, ist, dass Tiere auch Verstand haben. Wie sollten sie denn sonst ihre Umgebung wahrnehmen? Falls ich dich missverstanden habe, beschreibe mir doch einfach, wie du 'Verstand' verstehst.
Tiere können ihr Verhalten nicht vorhersehen oder beurteilen, sie handeln instiktiv. Unter Verstand verstehe ich, abschätzen zu können was man tut, Recht von Unrecht unterscheiden zu können. Der Mensch hat aber die Gabe so zu tun als ob, ein Tier hingegen nicht, es sei denn man möchte den Jagdinstinkt eines Tieres mit dem Verstand (oder eben nicht) Boshaftikeit eines Menschen vergleichen...

Wie lange gibt es unsere Spezie denn ? Wenn man bedenkt dass der Neandertaler durch unsere Spezies ausgerottet wurde und wenn ich mir betrachte wie sich diese (unsere) intelligente Art weiter entwickelt hat, dann weiß ich nicht ob das jetzt so intelligent ist.... vielleicht intelligent aber mit sozial hat es nicht zu tun und humanismus ...frage ich mich gerade....:eh:
Faranox schrieb:Julchen schrieb:Was ich mit der "Hand die vom Himmel" kommen soll meine, ist von mir wohl unglücklich ausgedrückt. Was ich damit sagen wollte ist, dass es Menschen gibt die beten (für was auch immer- abgesehen aus Dankbarkeit) und sich etwas erhoffen, dass sich etwas ändert, etwas passiert. Aber es passiert halt nichts. Ändern tut sich nur etwas, wenn man sich selbst in Bewegung setzt, egal in welcher Hinsicht. Wie nach Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes außer man tut es.
Hier kann ich dir voll zustimmen. Aber schau dir in meinem vorherigen Beitrag nochmals an, wie ich meine Ansichten "Gott (höhere Kraft) - (Definition von) Hoffnung" auslege.
ja, das habe ich verstanden .
Faranox schrieb:Julchen schrieb:Unterm Strich bliebe: alles so wie es ist, ist es Gott gefällig. :eh:
Woraus schließt du das?
daraus dass Gott sich nicht einmischt.
Faranox schrieb:Julchen schrieb:Vielleicht gab oder gibt es diesen Gott, wenn man an die Theorie des Urknalls einmal glauben möchte, dann ließ Gott es entstehen und alles ist gut. Gut wie Böse, Leben wie Tod (wie auch immer geartet) Leid und Freude.
So verstehe ich dass das eine ohne das andere gar nicht kann. Das eine schließt das andere mit ein. Wer kein Leid erfahren hat, kann auch die Freude nicht erkennen, oder fühlen. Wer nicht geboren wurde, kann demzufolge auch nicht sterben, um zwei Beispiele heraus zu picken.
Wenn man aber so denkt, glaubt, oder die Welt so sieht, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn alles so bleibt wie es ist.
Hier wäre ein guter Ansatz für Ekkard's Ansichten gegen "polares Denken".
Das ganze Geschehen dieser Welt lässt sich doch, um bei deinem Beispiel zu bleiben, nicht in unendlichem Leid und übereiferter Euphorie begreifen. Hier musst du abstrakter denken. Es gibt noch viel mehr dazwischen.
das tu ich !
Faranox schrieb:Und hier komme ich mit Leibniz' Theodizee weiter. Leid erfüllt einen Zweck. Wir können das Leid nicht direkt mindern. Man muss das Übel an der Wurzel packen und gegen die Grundlage des Leids vorgehen. Leid ist im Grunde nichts anderes, als der Mangel an Gutem. Und wie du schon richtig Erich Kästner zitiert hast: "Es gibt nichts Gutes außer man tut es." Morgen wird sicher nicht alles so sein wie heute. Aber wir leben weiterhin in der best möglichen Welt.
...bleibt einem ja nix anderes übrig.... kennst du das Sprichwort: viele kleine Leute in vielen kleinen Dörfern, können das Bild der Welt verändern?
Faranox schrieb:Julchen schrieb:Und dieses Denken oder Handeln auf diesem Hintergrund, wird mit Sicherheit nichts ändern, die meisten Religionen sehen es ja genauso bringen es (uns) so bei.
"Liebe deinen nächsten wie dich selbst." - Dieser Ausruf schürt doch zum Willen zur Besserung an. Wie kommst du darauf, dass die Religionen wollen, dass es so bleibt, wie es ist?
Da muss ich mir nur das alte testament betrachten...Auge um Auge, Zahn um Zahn, aber auch im neuen testament gibt es ähnliches. Da wird zwar beschrieben das man sich wehren soll, aber nicht, wie das aussehen soll. Denn wenn ich gleiches mit gleichem vergelte, werde ich wohl kaum etwas ändern. Und die kirchlichen Institutionen machen sich dieses auch zu Nutze. Fazit: wer nicht selbst anfängt zu denken (zu handeln) der wird sich immer wieder in einem solchen Kreislauf finden. Die Politiker tun ihr übriges dazu and so on....
Faranox schrieb:Julchen schrieb:Du glaubst also dass es eine perfekte Welt niemals geben wird? Auf Grund dessen, was ich jetzt hier beschrieben habe oder du es ähnlich im Ansatz erwähnt hast? Weil es eben so ist, wie es ist ? Meinst du nicht auch, dass es auch anders sein könnte? Nämlich wenn wir uns besinnen etwas ändern zu wollen? Ungeachtet einer Religion der man sich zugehörig fühlt...?
Genau das ist es doch, was meiner Ansicht nach, eine der wichtigsten Botschaften der Religionen ist: Werte wie Nächstenliebe, moralische Werte. Natürlich wird das niemals von allen Menschen anerkannt werden, weil wir frei sind. Wir können uns unsere eigene Meinung bilden.
das ist ja auch gut so...sollte man aber nach diesem bericht nicht mehr annehmen .
Vor einiger Zeit kam ein Beitrag im "Weltspiegel"über einen Auftrags Killer in Brasilien. Dieser lebte nicht schlecht von seinem "Job". Als er gefragt wurde, wie er denn dies mit seinem Glauben vereinbaren könne, antwortete er: Wenn Gott nicht wöllte dass mir diese Menschen vor die Pistole laufen, würde er es verhindern.
...ok....:doh:
Faranox schrieb:Ich denke natürlich auch, dass es anders sein könnte. Aber meiner Meinung nach könnte es nur 'schlechter' sein. Wir leben in der best möglichen aller Welten. Und wenn es morgen zwei Leute mehr gibt, die ihren falschen Egoismus hinter sich lassen und sich auch um andere kümmern, dann ist das die best mögliche Welt von morgen.
genau und darin sehe ich Hoffnung. :icon_wink:Faranox schrieb:Und zu einer "Perfekten Welt" muss man wohl etwas genauer auf dieses "perfekt" eingehen. "Perfekt" bedeutet in meinen Augen einen Status quo. Ein Status, in dem es kein besser oder schlechter mehr gibt. Ein Status, in dem es nur noch fixe Werte gibt, in dem es keine Freiheit mehr gibt. Und noch wichtiger, mit der Freiheit würde uns auch unsere Individualität verloren gehen. "Perfekt" wäre es nur, wenn alles diesem Status quo entspräche. "Perfekt" ist eine Erfindung des Menschen, über dessen Bedeutung sich die wenigsten Gedanken machen.
hmmmm.... was hat denn Freiheit mit Status zu tun ? Freiheit ist Individualität, aber Freiheit bedeutet doch nicht gleich sich alles erlauben zu dürfen, das ist doch ein Wiederspruch, oder...?
Faranox schrieb:Liebe Grüße
Faranox
Liebe Grüße
Julchen
Die Natur ist ein Brief Gottes an die Menschheit.
(Platon)
(Platon)

