26-10-2009, 16:28
qilin und ich waren übers verlängerte Wochenende in Wien. Musste ja
in die Botschaft, wegen meinem Pass. Da kann man schon mal das
Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und mal über den Prater
schlendern usw.
Als wir abends in einen Imbiss waren, weil uns der Hunger plagte, traute
ich meinen Ohren nicht recht: Hinter dem Tresen stand eine Frau die
ein echt gutes und fast akzentfreies Französisch sprach (unter Anderem,
denn die Dame, welche uns die Pommes brutzelte war Sprachlehrerin
aus Ungarn). Auf meine Frage hin warum sie denn nicht als Lehrerin
zumindest in einer Einrichtung für Erwachsenenbildung arbeitet sagte
sie mir, dass das besser ist, als Putzen gehen und sie bekommt hier
in Österreich ihre Diplome nicht anerkannt. Also muss sie hier im
Imbiss jobben, wenn sie nicht Sozialhilfe kassieren will.
Sie gibt sich hier in Österreich noch ein oder zwei Monate, bevor sie
wieder zurück geht - oder in ein anderes Land, welches ihre Fähigkeiten
auch zu schätzen weiss.
Wenn ich nun die Chefsekretärin dazuzähle, die als Tellerwäscherin
arbeiten muss und meine Wenigkeit, welche als Putzfrau arbeiten muss,
nur um sich ein österreichisches Diplom zu verdienen (man will ja nicht
einen Mann heiraten und ihn samt den Kindern gleich wieder verlassen
und so eine Abendschule ist sauteuer...), dann frage ich mich ehrlich:
Wo bin ich eigentlich gelandet? Merken die Österreicher nicht, dass
sie so die Leute, welche sich integrieren möchten, nur wieder in ihr
Heimatland vertreiben?
Mir geht es auf jeden Fall jetzt besser, denn qilin wird, wenn die Kinder
gross genug sind, mit mir nach Frankreich kommen. Dann muss ich mich
nicht mehr mit rassistischen Sprüchen herumschlage wie z. B.: Wenn
es Dir hier nicht passt, dann geh doch wieder zurück usw.
Aber ein guter Gedanke ist dennoch in mir: Wer wird in Österreich bleiben?
Aishe aus Anatolien, welche kein Wort Deutsch spricht und Hassan,
der auf dem Sozialamt herumlümmelt. Viel Spass damit, liebes
Österreich.
() Tao-Ho
in die Botschaft, wegen meinem Pass. Da kann man schon mal das
Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und mal über den Prater
schlendern usw.
Als wir abends in einen Imbiss waren, weil uns der Hunger plagte, traute
ich meinen Ohren nicht recht: Hinter dem Tresen stand eine Frau die
ein echt gutes und fast akzentfreies Französisch sprach (unter Anderem,
denn die Dame, welche uns die Pommes brutzelte war Sprachlehrerin
aus Ungarn). Auf meine Frage hin warum sie denn nicht als Lehrerin
zumindest in einer Einrichtung für Erwachsenenbildung arbeitet sagte
sie mir, dass das besser ist, als Putzen gehen und sie bekommt hier
in Österreich ihre Diplome nicht anerkannt. Also muss sie hier im
Imbiss jobben, wenn sie nicht Sozialhilfe kassieren will.
Sie gibt sich hier in Österreich noch ein oder zwei Monate, bevor sie
wieder zurück geht - oder in ein anderes Land, welches ihre Fähigkeiten
auch zu schätzen weiss.
Wenn ich nun die Chefsekretärin dazuzähle, die als Tellerwäscherin
arbeiten muss und meine Wenigkeit, welche als Putzfrau arbeiten muss,
nur um sich ein österreichisches Diplom zu verdienen (man will ja nicht
einen Mann heiraten und ihn samt den Kindern gleich wieder verlassen
und so eine Abendschule ist sauteuer...), dann frage ich mich ehrlich:
Wo bin ich eigentlich gelandet? Merken die Österreicher nicht, dass
sie so die Leute, welche sich integrieren möchten, nur wieder in ihr
Heimatland vertreiben?
Mir geht es auf jeden Fall jetzt besser, denn qilin wird, wenn die Kinder
gross genug sind, mit mir nach Frankreich kommen. Dann muss ich mich
nicht mehr mit rassistischen Sprüchen herumschlage wie z. B.: Wenn
es Dir hier nicht passt, dann geh doch wieder zurück usw.
Aber ein guter Gedanke ist dennoch in mir: Wer wird in Österreich bleiben?
Aishe aus Anatolien, welche kein Wort Deutsch spricht und Hassan,
der auf dem Sozialamt herumlümmelt. Viel Spass damit, liebes
Österreich.
() Tao-Ho

