13-12-2009, 17:33
(13-12-2009, 14:43)Moski schrieb: Ich weiß nicht, woran du festmachst, ich würde fordern, den Handschlag zu verweigern
du hast nach meinem verständnis gefordert, solches verhalten zu akzeptieren
Zitat:Was stört dich daran, wenn jemand aus religiösen Gründen eine andere Begrüßungssitte ausübt, als wir es hier in Mitteleuropa tun?
das ist es ja nicht allein. in unserem kulturkreis wird es als mißachtung verstanden, und es geht de facto ja in der regel auch tatsächlich mit einem entsprechenden frauenbild der minderwertigkeit einher. die lehrerin, der man "aus glaubensgründen" nach patriarchaler tradition nicht die hand gibt, wird ja oft aus derselben patriarchalen tradition nicht als autorität anerkannt
Zitat:Ich verstehe nicht, wo das Problem ist und wo angeblich meine Forderung nach Verweigerung des Handschlags herkommen soll
ich hoffe, jetzt doch
Zitat:Wie geht die Mehrheitsgesellschaft mit Minderheiten um, die aus ethischen, moralischen oder religiösen Gründen eine andere Sicht auf bestimmte Dinge haben?
wie mit allen anderen neigungsgruppen auch: solange es nur sie selbst betrifft, kann jeder diese sicht leben. wo die allgemeinheit betroffen ist, haben sie sich einzufügen. rücksichtnahme ist keine einbahnstraße
Zitat:Darf einem Schaf oder einem Rind die Kehle durchgeschnitten werden, damit es gemäß den religiösen Vorschriften ausblutet, oder soll das verboten sein? Gesteht die Mehrheitsgesellschaft der Minderheit dieses Recht auf einen relgiösen Ritus zu oder nicht?
das gehört aus meiner sicht in die erste kategorie. die allgemeinheit ist dadurch nicht betroffen (den oft angeführten tierschutzaspekt halte ich für irreführend, da eine professionelle schächtung dem tier wohl eher weniger leid zufügt als der reale betrieb in unseren schlachthöfen)
Zitat:Die Dinge, die ich hier zur Diskussion stelle, die stelle ich auch für andere Gesellschaftsformen zur Diskussion. Der Umgang mit Minderheiten in Ländern wie etwa der Türkei, Saudi-Arabien oder dem Iran ist äußerst bedenklich und völlig unzureichend
ich wollte nichts anderes unterstellen
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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