02-06-2010, 17:25
(02-06-2010, 14:50)helmut schrieb:(02-06-2010, 13:21)petronius schrieb: nicht als in breitem maße praktizierter oder gar akzeptierter lebensstil. ergo kann sie sich eben auch nicht in zeitgenössischen verhaltensanweisungen für die breite masse widerspiegelnSie war immerhin häufig genug, um ablehnende Reaktionen hervorzurufen. Wenn sie nicht mitverurteilt wurde, wieso wurde das nie gesagt?
eine verantwortungs- und liebevolle homosexuelle partnerschaft war eben nichts in der antike geläufiges, insofern wäre auch niemend auf die idee gekommen, sie von einer (damals ja üblichen) verurteilung der homosexualität an sich auszunehmen
Zitat:Zitat:du kannst also kein sachargument vorbringen - ergo bleibts bei schlichter homophobieDu beurteilst eine religiöse Ansicht als homophob unabhängig davon, welches Verhalten sie hervorruft - also bist du intolerant
quatsch
du mußt nur lesen, was ich geschrieben habe: wo keine sachargumente vorgebracht werden, sondern einfach so gesagt wird "homosexualität ist bäh" (oder, was aufs gleiche rauskommt, "gott will das nicht"), kann ich das nur als homophobie werten
daß die selber intolerantesten fordern, ihre intoleranz sei zu tolerieren, ist nichts neues
Zitat:Wenn ein Römer und ein Franzose darin übereinstimmen, Fleisch essen wär schlecht, dann unterstelle ich nicht, dass die damit kein Kängurufleisch gemeint haben können, bloß weil es zu ihrer Zeit noch keine Restaurants gab, die Kängurufleisch anbieten
aha?
mir fehlt jetzt der zusammenhang...
könntest du vielleicht einfach bei der homosexualität bleiben, und was eigentlich (auf einer sachlichen ebene) gegen sie vorzubringen ist?
Zitat:Zitat:imho ist der widerspruch zwischen diskriminierung und liebesgebot evidentDer Widerspruch zwischen dem Liebesgebot und der Aufforderung, Menschen ungewarnt ins ewige Verderben rennen zu lassen, ist ja wohl noch größer
welches verderben?
daß derjenige, der uns angeblich zur liebe auffordert, selber menschen bestraft, die sich gar nichts zuschulden haben kommen lassen? niemand kann sich seine sexuelel orientierung aussuchen
sorry, aber der eklatante widerspruch bleibt, auch wenn du ihn auf die göttliche ebene verlagerst. was soll das für ein gott sein, der liebe fordert und selber haß praktiziert?
Zitat:Ich kann mich an keine Begründnung dafür erinnern, warum es zwischen Homo- und heterosexuellem Verkehr keine Unterschied gegen sollte
sorry, aber das ist absurd
wenn du meinst, da müßten berchtigterweise unterscheide gemacht werden, dann hast du diese zu begründen und nicht ich die selbstverständlichkeit, daß alle menschen gleichberechtigt sind
Zitat:Vaginaler Verkehr ist von der Natur vorgegeben, zum Analverkehr gibts Seiten die erklären, was man tun muss, um Verletzungen des Schließmuskels vorzubeugen
oh, da hat sich ja einer schlau gemacht!
aber was soll daraus folgen?
"von der Natur vorgegeben" ist z.b. die mikrowelle auch nicht - müssen wir deshab alle rohkost essen?
Zitat:Aber eigentlich hatte ich nicht vor, in das Thema hinabzusteigen, vielleicht frag ich besser mal nach, wieso du "Homophobie", also gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit (Wikipedia) an der Aussage "ist laut Bibel Sünde" festmachst und nicht am Verhalten
na, dein verhalten (bestimmte sexualpraktiken zu verurteilen), ist zwar nicht so extrem wie das deiner vermutlichen schwester im geiste (indy), aber doch eindeutig genug - eben [i]gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit. denn ihr beschränkt auch ja noch nicht mal auf (imho auch inhalts- bzw. begründungslose) aussage "gott hats verboten", sondern bemüht euch, pseudorationale gründe für eure aversion vorzutragen - seien es (verletzungen des schließmuskels" (helmut) oder "an fäkalien lutschen" (indy
Zitat:Warum soll "Homophobie" ein Ausdruck sein, der eine bestimmte Gesinnung abwertet, und nicht ein (ggf. aus bestimmten Gesinnnungen erwachsendes) Verhalten kennnnzeichnen?
was soll denn der unterschied sein?
dein (der evangelikalen) verhalten homosexuellen gegenüber ist von diskriminierung (bei manchen bis zur verleumderischen kriminalisierung hin) gekennzeichnet, welches aus der (imho niederen) gesinnung entspringt, nicht allen menschen gleiche rechte zuzugestehen
Zitat:Zitat:also noch mal für die schlichteren denker unter uns:Sünde ist nicht einfach "soziale schädlichkeit". Wenn du dich vor ne Statue kniest und Weihrauch für die verbrennst, also die Statue verehrst, ist das Sünde, egal ob das in der Gesellschaft, in der du bist, sozial schädlich ist oder nicht
was soll die soziale schädlichkeit ("Sünde) sexueller untreue mit der sexuellen orientierung der betreffenden zu tun haben?
"sünde" hat also nichts damit zu tun, daß sie irgendetwas schlechtes bewirken würde, sondern ist ein rein willkürliches mittel, um unliebsame (z.b. menschen mit einer von der eigenen abweichenden sexuellen orientierung) zu kujonieren
danke für die klarstellung
Zitat:vorher hast du mir grundlos unterstellt, ich würde für die Bibel ne Deutungshoheit beanspruchen, obwohl ich von Anfang an davon gesprochen habe, dass über unterschiedliche Deutungen Argumente ausgetauscht werden sollten
wobei du aber davon ausgehst, daß es (meinetwegen aus einem solchen austauch hervorgehend) eine "richtige" gibt und die anderen "falsch" sind. so was nennt man deutungshoheit. ih dagegen gehe davon aus, daß immer und überall verschiedene deutungen möglich sind. ob sie passen, ist oft eine frage des persönlichen geschmacks
Zitat:Versteh jetzt nicht, was du willst. Ich hab dir schon mal gesagt, dass ich das Leben leichter finden würde, wenn Verkehr zwischen Männern in der Bibel nicht verurteilt würde
dann schließe dich doch einfach einer entsprechenden deutung der bibel an. schaffen viele andere christen doch auch
Zitat:D.h. ich hab ein "Interesse", die Bibel so zu verstehen, dass der nicht verurteilt wird. Und das lässt sich an dem, was ich aus der Bibel herauslese, ablesen?
nein, eben nicht. aus deinem verhalten läßt sich herauslesen, daß dein interesse darin liegt, homosexuelle zu verurteilen und zu diskriminieren
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

