(10-06-2010, 23:00)helmut schrieb: Und ich gestehe, ich bin da vielleicht zu sehr darauf eingegangen, statt deutlich zu machen, worauf es mir ankommt: nicht akzeptiert ist nicht das Gleiche wie nicht bekannt. Dass sich (ums mal so zu beschreiben, wie das wohl in der Antike formuliert worden wäre) ein Mann so sehr erniedrigte, dass er seine Lustknabe nicht als Untergebenene, sondern als auf einer Stufe mit ihm stehend behandelt, oder gar sich freiwillig selbst zum Lustknaben machte, war nicht unbekannt, es wurde nur nicht akzeptiert
das widerspricht ja nicht meiner argumentattion. eine derartige "erniedrigung" zu einer gleichberechtigten homosexuellen partnerschaft mag es in der antike vielleicht vereinzelt gegeben haben (und wurde nicht akzeptiert, wie du sagst) - heute ist sie bestandteil der gesellschaftlichen normalität
Zitat:Zitat:homosexualität wird in der bibel - wo sie denn erwähnung findet - selbstverständlich allgemein abgelehntWenn das "selbstverständlich" ist, dann ist doch auch selbstverständlich, dass Leute, die in der Bibel Gottes Wort sehen, zu dem Schluss kommen, dass praktizierte Homosexualität Sünde ist!
eben nur, wenn man die archaischen zustände zur zeit der entstehung biblischer schriften eins zu eins auf heute überträgt
Zitat:Zitat:und daß homosexuelle partnerschaften wie in unserer gesellschaft heute üblich bereits in der antike verbreitet gewesen wären, ist mir eben nicht bekannt. auch du faselst ja schon wieder von "sozial höher Gestellte" und "passiv"Es gibt den Aktiven, der penetetriert, und den Passiven, der sich penetrieren lässt
unsinn - es gibt auch gleichberechtigte homosexuelle partnerschaften, nicht nur diese kopie des hierarchischen mann/frau-verhältnisses - auch wenn evangelikale sich offenbar eine beziehung nicht anders als hierarchisch resp. submissiv/dominant vorstellen können
Zitat:Was du ständig behauptest, aber dadurch wird es nicht wahrer. Ich warte immer noch darauf, dass du mal ein Argument bringst, warum das "homophob" ist[/quote]Zitat:Also "Gott will das nicht" ist eine religiöse Ansichtwas an ihrem homophoben gehalt nichts ändert
zum tausendsten mal: menschen werden diskriminiert und ausgegrenzt!
Zitat:Zitat:auch daß man menstruierenden frauen nicht begegnen dürfe, ist eine "religiöse Ansicht", und deshalb rational betrachtet nicht weniger dämlich und diskriminierendIn einer Zeit, in der es weder Tampons noch Monatsbunden gab, war das eine sinnvolle Hygienevorschrift. Männer, die eine Samenerguss hatten, waren übrigens genauso unrein
was soll daran sinnvoll sein, die berührung einer menstruierenden frau oder eines mannes nach der ejakulation zu verbieten? erklär mir doch mal, welche medizinisch-hygienischen gefahren davon ausgehen sollen. und dann auch noch, welche medizinisch-hygienischen gefahren von homosexualität ausgehen sollen
Zitat:Zitat:Dafür dass Gott auch die "sexuelle Orientierung" ändern kann. Ob das jetzt eine "Heilung" ist oder nicht, find ich nicht so wichtigZitat:Der Organisator des letzten Christivals (Roland Werner) ist ja ein neueres Beispiel dafürfür das märchen von der "heilbarkeit" der sexuellen orientierung (die ja noch nicht mal eine krankheit ist, ergo auch keiner "heilung" bedarf?)
nur kann dein gott das nicht. statistisch nachgewiesen
Zitat:Zitat:Und für diese Handlungen hast du sicher Beispiele zur HandZitat:Wir reden nicht davon, dass Menschen beurteilt werden, sondern von Handlungen, die bewertet werdenich beurteile ja auch deine und anderer evangelikaler handlungen, homosexuelle zu diskriminieren
das beginnt bei diskussionen wie diesen hier und endet noch lange nicht bei stigmatisierung und ausschluß schwuler aus der gemeinde
Zitat:Sex ohne Rücksicht klingt wie ne Vergewaltigung. Natürlich gehört zu gutem Sex auch das "Vorspiel". Nur braucht mensch zum vaginalen Sex keine Gleitcreme, weil bei ausreichender sexueller Erregung die Vaginalsäfte ausreichend "schmieren"
sag das mal einer postklimakterischen frau
ich sehe. du hast wirklich wenig ahnung von den dingen, über die du dich hier ausläßt
Zitat:Ich weiß ja nicht, was du unter "viel Ahnung von Sex" verstehst, ich hab da nur meine Erfahrungen als Ehemann
deshalb halte ich ja deine argumentation, homosex sei verwerflich, weil er "besondere vorsichtsmaßnahmen" erfordere, für geschwätz des blinden über die farbe
Zitat:Klar doch: was rational ist, entscheidest du
nein, aber die fakten
Zitat:Sorry, ich hab ja deutlich gemacht, dass gerade wenn ich den zeitgeschichtlichen Hintergrund betrachte, ich darauf komme, dass die Aussagen in Rö 1 und 1.Kor 6 allgemein gemeint sind
ja - und andere kommen zu einem anderen schluß. wobei ich nicht leugne, daß natürlich beide zweckgerichtet argumentieren und interpretieren
Zitat:Zitat:solche reale faktizität ist eben bei geschmacksurteilen (wie deiner homophobie) nicht gegebenOb etwas Gott gefällt, ist keine Geschmacksfrage
welche vorlieben man seinem gott zuschreibt oder nicht, ist eine reine geschmacksfrage, und nicht etwa aus irgendwelchen fakten rational abzuleiten
Zitat:Die kulturellen Unterschiede zwischen AT und NT sind so groß, dass sich die Verurteilungen des Verkehr zwischen Männern im AT und NT auf unterschiedliche kulturelle Ausprägungen von Homosexualität beziehen, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der Unterschied zur heutigen kulturellen Ausprägung dieses Phänomens stärkeres Gewicht haben
du ignorierst nach wie vor, daß heute andere gesellschaftliche zustände herrschen als sowohl zu zeiten des at wie nt. und was homosexualität betrifft, so ist die nüchterne betrachtung unter berücksichtigung von menschenrecht und -würde absolut jüngsten datums
Zitat:Zitat:du glaubst, was du glauben willstIrrtum. Ich glaub, was in der Bibel steht. Und wenn ich feststelle, dass ich die Bibel bisher nicht richtig verstanden habe, ändere ich auch meine Meinung.
und wie stellst du das fest?
doch nur dadurch, daß du deine meinung änderst...
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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