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Dämonen, geistige Kriegsfuehrung und Reich der Finsternis
#1
Paulus sagte in Epheser 6: 12: Unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis, die über die Erde herrschen, gegen das Heer der Geister in der unsichtbaren Welt, die hinter allem Bösen stehen.

Dies bedeutet, dass der größte Kampf, dem ein Christ gegenüberstehen kann, nicht gegen seine eigenen menschlichen Schwächen und Verderbnisse ist, sondern gegen die geistigen Kräfte des Bösen, die von Dämonen (gefallenen Engeln) induziert werden.

Ich sage damit nicht, dass die Menschen nicht ihren Anteil an der Schuld haben, denn Gott hat jedem den freien Willen ermöglicht, dh die Freiheit, zu Lebzeiten zwischen Gut und Böse zu entscheiden.

Ich sage, Dämonen potenzieren die falschen Tendenzen der Menschen, die Opfer der Fürstentümer und Potestate des Königreichs der Finsternis werden.
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#2
Unbegreiflich bleibt mir, wie man das alles in der Realität nachprüfen soll und kann?
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#3
(13-08-2019, 09:03)Ekkard schrieb: Unbegreiflich bleibt mir, wie man das alles in der Realität nachprüfen soll und kann?

Gut und Böse sind Kategorien des Geistes, des Denkens, und werden von diesem überprüft.
Damit wird auch die Aussage des Paulus überprüft und tatsächlich für richtig befunden.
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#4
(13-08-2019, 09:03)Ekkard schrieb: Unbegreiflich bleibt mir, wie man das alles in der Realität nachprüfen soll und kann?

Der spirituelle Kampf findet innerlich in jedem Einzelnen statt, wie Paulus in Römer 7,12-25 und Galater 5,17 feststellt. Die Einflüsse der Dämonen kommen jedoch von außen. Da sie unkörperliche und unsichtbare Wesen sind, ist es schwierig, die Wirkung von Dämonen im Leben der Menschen zu sehen.

Einige Personen, wie das dämonisierte Gadaren von Markus 5: 1-20, offenbaren deutlich die Einflüsse, aber dies ist nicht immer so wahrnehmbar.

Am häufigsten ist dieser Einfluss sehr diskret und verdeckt, wie im Fall von Apostelgeschichte 16: 16-17, in dem eine junge Sklavin zukünftige Ereignisse vorhersagte, um Geld für ihre Herren zu sammeln, aber von Paul entlarvt wurde, der realisierte, dass sie benutzt wurde als Opfer eines Dämons.
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#5
(13-08-2019, 21:27)oswaldo_8553 schrieb: ... aber von Paul entlarvt wurde, der realisierte, dass sie benutzt wurde als Opfer eines Dämons.

Zur Anmerkung;
Dämon, griech. dá͞iesthai (δαίεσθαι) = was teilt, spaltet, was zerreißt.
Einfallstor bzw Ausgangspunkt ist hierfür der Geist im Einzelnen, in Gedanken oder Gefühlen.
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#6
(13-08-2019, 09:03)Ekkard schrieb: Unbegreiflich bleibt mir, wie man das alles in der Realität nachprüfen soll und kann?


Gar nicht.
Kleines Gedankenexperiment: Kiew 1941. Gennadi geht am Feld spazieren und kehrt durstig in die Kolchose heim. Plötzlich Sirenengeheul. Man schaltet das Radio ein. Der Sprecher verkündet mit drohender Stimme, daß ein sogenannter Funkmeßwagen (irgend so ein zauberisches Teufelszeug von dem die Prawda manchmal blödes Zeg daherfaselt) deutsche Flieger festgestellt hat, die sich mit rasender Geschwindigkeit nähern. Alle in die Keller! Die Leute rennen um ihr Leben, aber Gennadi lacht. Er bleibt sitzen und sagt: "Unbegreiflich bleibt mir, wie man das alles in der Realität nachprüfen soll und ka . . . "
Weiter kommt er nicht, da sein Kopf schon über den Boden kullert
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#7
(13-08-2019, 21:42)Claro schrieb: Dämon, griech. dá͞iesthai

"Ein Daimon (griechisch δαίμων
Bei Hesiod erscheinen die daimones erstmals als wohlwollende Begleiter des Menschen. Ihm zufolge sind sie die abgeschiedenen Seelen der Menschen des Goldenen Zeitalters
( . . . )
Der Daimon ist also ambivalent oder gut, die Verwandlung der Daimones in teuflische Dämonen war einerseits der gegen das Heidentum sich richtenden christlichen Polemik zuzuschreiben"
Daimon - Wikipedia


Das Judentum und dann das Christentum kannten nur ihren Gott JHWH und bezeichneten die Götter aller anderen Völker als böse
Das war die Schattenseite des Monotheismus, von der Prof. Jan Assmann schrieb

Fruchtbarkeitsgötter der Heiden wurden diffamiert

Für Juden und Urchristen war selbst Zeus ein chthonisches Wesen - gleichgesetzt mit Hephaistos

Daß die Heiden sich das nicht gefallen ließen und die Diffamierer in die Schranken wissen, wundert mich nicht
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#8
Claro schrieb:Dämon, griech. dá͞iesthai (δαίεσθαι) = was teilt, spaltet, was zerreißt.

Dämon (griech. δαίμων) = Gott, Göttin, göttliches Wesen; Unglück verursachendes Geistwesen.

Siehe auch HIER (klick!).
MfG B.
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#9
(13-08-2019, 22:25)Bion schrieb:
Claro schrieb:Dämon, griech. dá͞iesthai (δαίεσθαι) = was teilt, spaltet, was zerreißt.

Dämon (griech. δαίμων) = Gott, Göttin, göttliches Wesen; Unglück verursachendes Geistwesen.

Siehe auch HIER (klick!).
Dämon m. ‘böser Geist, verhängnisvolle übernatürliche Macht’. Griech. dá͞imōn (δαίμων), lat. daemōn ‘Gott, schützendes oder Verderben sendendes göttliches Wesen’, wahrscheinlich im Sinne von ‘Zuteiler’ zu griech. dá͞iesthai (δαίεσθαι) ‘teilen, verteilen’ und damit zur Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’ gehörend.

Der Begriff betont das Trennende.
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#10
(13-08-2019, 22:17)Sinai schrieb: Das Judentum und dann das Christentum kannten nur ihren Gott JHWH und bezeichneten die Götter aller anderen Völker als böse
Das war die Schattenseite des Monotheismus, von der Prof. Jan Assmann schrieb

Fruchtbarkeitsgötter der Heiden wurden diffamiert

Für Juden und Urchristen war selbst Zeus ein chthonisches Wesen - gleichgesetzt mit Hephaistos

Daß die Heiden sich das nicht gefallen ließen und die Diffamierer in die Schranken wissen, wundert mich nicht

Zurecht wurde der Vielgötterglaube verworfen, da er unlogisch ist.
Das Judentum, das hier den einen Gott bezeugt, hat damit einen bedeutenten Entwicklungsschritt gesetzt.
Daß dies auf Widerstand stößt war verständlich, hat es doch auch einen wesentlichen Einfluss auf den Einzelnen.
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#11
Bitte Quellen bei so etwas angeben. Die griechische Bedeutung war definitiv neutral. "Daimon" konnte auch einen Schutzgeist bezeichnen, und bei Homer wird das Wort noch austauschbar mit "Gott" benutzt, was wahrscheinlich mit ein Grund war, warum juedischerseits schon frueh die griechischen Goetter mit Daemonen gleichgesetzt wurden und das Wort so eine negative Bedeutung bekam (die Texte Homers wurden generell zum Griechischlernen benutzt).

Allerdings steht im Online Etymology Lexicon, dass die Wurzel *da- zwar "teilen" bedeutet, aber auch im Protoindogermanischen schon die Doppelbedeutung bestand, im Sinne von Teiler, Zuteiler ("provider"; von Glueck und Schicksal), was auch erklaert, warum die Bedeutung "Gott" darin enthalten sein kann. Hier geht's also nicht um "Trennendes" sondern darum, dass man seinen Anteil von etwas erhaelt.

Soweit dazu. Mit dem Bild im Eingangsbeitrag kann ich nichts anfangen.
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#12
(14-08-2019, 10:00)Ulan schrieb: Bitte Quellen bei so etwas angeben. Die griechische Bedeutung war definitiv neutral. "Daimon" konnte auch einen Schutzgeist bezeichnen, und bei Homer wird das Wort noch austauschbar mit "Gott" benutzt, was wahrscheinlich mit ein Grund war, warum juedischerseits schon frueh die griechischen Goetter mit Daemonen gleichgesetzt wurden und das Wort so eine negative Bedeutung bekam (die Texte Homers wurden generell zum Griechischlernen benutzt).

Allerdings steht im Online Etymology Lexicon, dass die Wurzel *da- zwar "teilen" bedeutet, aber auch im Protoindogermanischen schon die Doppelbedeutung bestand, im Sinne von Teiler, Zuteiler ("provider"; von Glueck und Schicksal), was auch erklaert, warum die Bedeutung "Gott" darin enthalten sein kann. Hier geht's also nicht um "Trennendes" sondern darum, dass man seinen Anteil von etwas erhaelt.

Soweit dazu. Mit dem Bild im Eingangsbeitrag kann ich nichts anfangen.

"Dämon", dass dies oder jenes sein könnte, paßt zu den Göttern der polytheistischen Religionen, denn die sind einmal dieses und dann jenes, oder sie sind einfach willkürlich.
Zurecht verorden die Juden aber den Dämon dann in das Gegenteil von jenem der Einheit schafft.
Selbst die frühen Juden tun sich noch schwer, eine klare Trennung zwischen Gott und Teufel bzw Dämon zu ziehen.
Seinerzeit war der Teufel noch  mehr der Ankläger der Menschen vor Gott, so quasi als Gottes Handlanger.
Das mit dem zuteilen von Glück und Schicksal ist doch eine recht willkürliche Definition, die das Wort nicht hergibt.

Hier die Quelle
https://www.dwds.de/wb/Dämon
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#13
(14-08-2019, 13:45)Claro schrieb: Das mit dem zuteilen von Glück und Schicksal ist doch eine recht willkürliche Definition, die das Wort nicht hergibt.

Nein? Das steht doch sogar in der Quelle, die Du verlinkt hast. Es ist auch die relevantere Definition als die reine Wurzel, da das Wort hieraus gebildet wurde, nicht direkt aus der Wurzel. Irgendwie muss man schliesslich erklaeren, warum das Wort urspruenglich keinerlei negative Assoziation hatte.

"...wahrscheinlich im Sinne von ‘Zuteiler’ zu griech. dá͞iesthai (δαίεσθαι) ‘teilen, verteilen’..."

Der Bedeutungswechsel im juedischen Gebrauch ist dann einfach zu erklaeren.
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#14
(14-08-2019, 09:44)Claro schrieb:
(13-08-2019, 22:17)Sinai schrieb: Das Judentum und dann das Christentum kannten nur ihren Gott JHWH und bezeichneten die Götter aller anderen Völker als böse
Das war die Schattenseite des Monotheismus, von der Prof. Jan Assmann schrieb

Fruchtbarkeitsgötter der Heiden wurden diffamiert

Für Juden und Urchristen war selbst Zeus ein chthonisches Wesen - gleichgesetzt mit Hephaistos

Daß die Heiden sich das nicht gefallen ließen und die Diffamierer in die Schranken wissen, wundert mich nicht

Zurecht wurde der Vielgötterglaube verworfen, da er unlogisch ist.
Das Judentum, das hier den einen Gott bezeugt, hat damit einen bedeutenten Entwicklungsschritt gesetzt.
Daß dies auf Widerstand stößt war verständlich, hat es doch auch einen wesentlichen Einfluss auf den Einzelnen.

Die Dämonen, die den dämonisierten Gadaren quälten, waren keine Götter, sondern gefallene Engel. Als Jesus nach dem Namen desjenigen fragte, der den Mann quälte, antwortete er: Legion, denn es gab viele Dämonen, die ihn bedrängten (Markus 5,20).

So wie es "gute" Engel im Dienst Gottes gibt (Hebräer 1,14), gibt es "böse" Engel, die im Dienst des Satans, des Fürsten der Dämonen, stehen.

Weil sie unsichtbar und unkörperlich sind, sind sowohl "gute" als auch "böse" (Dämonen-) Engel für das menschliche Auge nicht erkennbar, weil sie in der Geisterwelt wirken.
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#15
(14-08-2019, 15:28)Ulan schrieb:
(14-08-2019, 13:45)Claro schrieb: Das mit dem zuteilen von Glück und Schicksal ist doch eine recht willkürliche Definition, die das Wort nicht hergibt.

Nein? Das steht doch sogar in der Quelle, die Du verlinkt hast. Es ist auch die relevantere Definition als die reine Wurzel, da das Wort hieraus gebildet wurde, nicht direkt aus der Wurzel. Irgendwie muss man schliesslich erklaeren, warum das Wort urspruenglich keinerlei negative Assoziation hatte.

"...wahrscheinlich im Sinne von ‘Zuteiler’ zu griech. dá͞iesthai (δαίεσθαι) ‘teilen, verteilen’..."

Der Bedeutungswechsel im juedischen Gebrauch ist dann einfach zu erklaeren.

Ich scheine Dich nicht ganz zu verstehen Ulan, aber ich probiers.
Dass der Bergriff des "Dämon" im Polytheismus auf verschiedene Götter angewandt wurde, sagt nicht sehr viel über die Bedeutung des Wortes "Dämon" an sich aus.
So willkürlich, so unlogisch der Polytheismus ist, so willkürlich ist auch die Verwendung des Begriffes des "Dämon" in ihm.

"Dämon" heißt schlicht, "dass was eines teilt".
Das der "Dämon" im Monotheismus negativ besetzt ist, ist logisch, ist es doch das Gegenteil vom ver-einen.
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