Religionsforum (Forum Religion)

Normale Version: Fleischkonsum
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Fleisch..
ist das am aller-längsten haltbare Lebensmittel überhaupt.. solange man es am Leben lässt.
Gerade  in unserem Zeitalter, in dem sehr viel über regeneratives Energie-Management nachgedacht wird, wird Fleisch in diesem Zusammenhang ziemlich vernachlässigt  und von anderer Seite her, bisweilen auch gerne ideologisch-emotionalisiert.
Aber Fleisch ist eine in Wirklichkeit sehr energiesparende Methode, einen Teil  jener auf unserem Planeten eingestrahlten Sonnenenergie von oft mehreren Jahrzehnten in sich zu akkumulieren und sich damit auch als Nahrung für uns selbst zu konservieren. Wozu ansonsten eher nur holzige Pflanzen befähigt sind und dann auch manchmal bis zu über tausend Jahre. Aber diese Form von gespeicherter Sonnenenergie, ist als Nahrung allerhöchsten noch den Bibern zugänglich. Uns bleiben danach... auch im allerbesten Fall... als Nahrung nur der Biber selbst oder ein paar magere Pilzfruchtkörper übrig... und die auf Grund ihres hohen Chitingehaltes auch nicht immer besonders sättigend sind. Natürlich gibt es auch Jahreszeiten, in denen solche Gehölze selbst Früchte tragen, die aber entweder für uns auch nicht immer besonders genießbar sind oder nicht weniger oft, eine ziemlich begrenzte "Halbwertszeit" haben.

Pflanzliche Fruchtkörper als Nahrung für uns.... über ihr natürliches "Zerfallsdatum" hinaus zu konservieren, erfordert einen hohen Energieaufwand, dessen CO²-Bilanz oft nicht viel besser als die von Frischfleisch ist.
Andere natürlichere Konservierungsmethoden gibt es natürlich auch. Aber dann müssen hinterher doch wieder Chemikalien zugesetzt werden, um gierige Fressfeinde aus dem Reich der Nagetiere und gefährlicher toxischer Mikroben fern zu halten, die bei manchen Leuten auch  psychadelische Erfahrungen wie " hallo-zinugene" Sichtungen" hervorrufen...

Ein eher weniger guter Aspekt des Fleischkonsums ist die Massentierhaltung, ohne die sich aber wiederum sehr viele Menschen ihr "Schnitzel" allerhöchstens 1 mal im Monat leisten könnten und andere wiederum sogar nur all 1-2 Jahre...von der minderwertigsten und zähesten Qualität.

Die Industrialisierung des Fleischkonsums scheint also höchstwahrscheinlich der eigentliche Dämon hinter all den Problemen des Fleischkonsums zu sein. Aus diesen Problemen kann man sich  selbst aber auch nicht so einfach herausreden, wenn man meint,  man könne damit das Problem in den Griff  kriegen, wenn man nur einmal pro Woche ins Fleischregal greift... um  sich dabei auch noch die allerbeste Farbe auszusuchen, die jederzeit verfügbar sein sollte... Wer Hirn hat der denke.. Das sind alles nur erbärmliche oder zynische Selbsttäuschungsstrategien.
Eine Lösung wäre die Rückkehr zur "Selbstschlachtung".. wobei das jetzt nichts so wortwörtlich oder gar persönlich zu nehmen ist..

Meine Frage an die Forenteilnehmer:

Wäre es irgendwie möglich, verwöhntere Fleischesser unter den Fleischessern davon zu überzeugen, mal bei einer Schlachtung des Tieres dabei zu sein, dessen Fleisch sie später essen?

Und natürlich sind hier vor allem auch Beiträge erwünscht  die den Fleischkonsum aus der naturwissenschaftlichen Perspektive behandeln.

(mfg Geo)
(26-03-2021, 21:20)Geobacter schrieb: [ -> ]Aber Fleisch ist eine in Wirklichkeit sehr energiesparende Methode, einen Teil  jener auf unserem Planeten eingestrahlten Sonnenenergie von oft mehreren Jahrzehnten in sich zu akkumulieren und sich damit auch als Nahrung für uns selbst zu konservieren. Wozu ansonsten eher nur holzige Pflanzen befähigt sind und dann auch manchmal bis zu über tausend Jahre.


Spannender Beitrag!
Wie ist das gemeint mit den 1000 Jahren? Ich habe noch nie einen tausendjährigen Kürbis gegessen . . . ? Icon_cheesygrin Icon_cheesygrin Icon_cheesygrin
Und ob ein von mir gegessenes Nahrungsmittel "energiesparend" ist, ist meine letzte Sorge.
Genug mit der Heuchelei!

Für mich hat Fleisch keinen Stellenwert. Manchmal esse ich Fleisch, wenn ich wo eingeladen bin - brauche aber wochenlang keines. Ich bin der klassische Käseliebhaber. Käse enthält tierische Proteine

Die Fastenzeit stört mich nicht, statt Fleisch esse ich gerne Hecht und Forelle, Froschschenkel und Austern, Cœur de Neufchâtel mit Baguettes und italienischem Rotwein. Jesus liebte ja auch Wein. Mutwillig fasten über das oben Dargestellte tue ich jetzt nicht mehr, denn das Leben ist seit einiger Zeit genug Fastenzeit das ganze Jahr über


________________


(26-03-2021, 21:20)Geobacter schrieb: [ -> ]Ein eher weniger guter Aspekt des Fleischkonsums ist die Massentierhaltung, ohne die sich aber wiederum sehr viele Menschen ihr "Schnitzel" allerhöchstens 1 mal im Monat leisten könnten

1 mal im Monat ist untertrieben, 1 mal pro Woche ist realistisch. Der gute Sonntagsbraten bzw Sabbatbraten Icon_cheesygrin
Und öfter sollte man eh kein Fleisch essen!

Zur Massentierhaltung möchte ich zum Kontrast von der "liebevollen Hand des Bauern" berichten:
Als Kind war ich mit den Eltern Urlaub am Bauernhof. Die alte bucklige Bäuerin schnappte sich mitten am Hof vor meinen Augen ein Hendl, packte es am Kopf und schnitt ihm vor meinen Augen den Kopf mit einem kleine rostigen Messer ab.
Das Hendl rannte ohne Kopf davon, heftig mit den Flügeln schlagend. Es kam zehn Meter weit, dann brach es zusammen und zappelte dennoch minutenlang (!) erregt weiter.
Ich sah den Kopf in der Hand der Bäuerin - das Tier öffnete und schloß immer wieder seine Augenlieder.
Das tote Hendl wurde ins Waschbecken geworfen, wo es nach einer halben Stunde noch langsame Flügelbewegungen machte
Als dann das Essen auf den Tisch kam, grauste es mir und ich spieb mich an
Da kann ich ja gleich im Leichenschauhaus essen
(26-03-2021, 22:07)Sinai schrieb: [ -> ]Zur Massentierhaltung möchte ich zum Kontrast von der "liebevollen Hand des Bauern" berichten...

.... welcher seinem Lieblingsschwein unter dem Motto, ich hab dich zum fressen gerne, hinterrücks, Eine über die "Rübe" gezogen hat.. um dann auch noch die Blutwurst zu verkaufen.

Ja passt schon...wer gerne und oft und viel Käse isst, dem fällt es dann wahrscheinlich auch viel leichter, einen solchen herbei zu reden.
(26-03-2021, 21:20)Geobacter schrieb: [ -> ]Die Industrialisierung des Fleischkonsums scheint also höchstwahrscheinlich der eigentliche Dämon hinter all den Problemen des Fleischkonsums zu sein.




Völlerei gab es schon früher. Sie ist eine der Todsünden...

OT entfernt/Bion
(27-03-2021, 08:27)Sinai schrieb: [ -> ]
(26-03-2021, 21:20)Geobacter schrieb: [ -> ]Die Industrialisierung des Fleischkonsums scheint also höchstwahrscheinlich der eigentliche Dämon hinter all den Problemen des Fleischkonsums zu sein.
Völlerei gab es schon früher. Sie ist eine der Todsünden..
Das ist jetzt aus wissenschaftlicher Sicht überaus interessant........ Icon_lol
Bei dir selber wird es also wohl kaum etwas mit dem ewigen Leben im Paradies werden. "Voll" und manchmal auch noch etwas völler, dazu noch etwas Käse, Austern, Kaviar..... auch aus wissenschaftlicher Sicht keine guten Voraussetzungen. "Das Fleisch ist willig, nur der Geist leider etwas schwach."
@Sinai

Dein letzter Beitrag und OTs aus einem vorhergehenden Beitrag wurden entfernt.

Wir befinden uns im Unterforum "Naturwissenschaft" (Bereich "Studium"). Hier sollten die Dinge naturwissenschaftlich besprochen werden.

Ob Jesus Wein getrunken hat, was die Zeugen Jehovas denken, die Familie Rothschild, Zustände im Paradies und muslimische Jenseitsvorstellungen sind hier nicht von Interesse.
Dass in Agrarkulturen der Genuss von Fleisch über Jahrtausende nur einen geringen Teil der Ernährung ausmachte, ist eine Tatsache. Dass der Teil der Bevölkerung, der mehr vom Fleisch abbekam, also die Oberschicht, die höhere Lebenserwartung hatte, ebenfalls. Das mag aber durchaus auch an den Lebensumständen der Menschen über die Ernährungslage hinaus gelegen haben.

Überwiegend wird in der Ernährungswissenschaft nach meinem Wissensstand davon ausgegangen, dass eine vornehmlich pflanzliche Ernährung, wobei der Gesamteiweißbedarf nicht mehr als zu einem Drittel aus tierischem Eiweiß gedeckt werden sollte, die bekömmlichste ist.

Wer sich aus ethischen Gründen vegetarisch ernährt, hat meinen Respekt.

Vegane Ernährung ist eine Modeerscheinung und weder ethisch noch ernährungsphysiologisch begründbar.
(27-03-2021, 12:24)Bion schrieb: [ -> ]Vegane Ernährung ist eine Modeerscheinung und weder ethisch noch ernährungsphysiologisch begründbar.

Vegane Ernährung, insofern keine ausdrücklich medizinische Notwendigkeit besteht, ist eine ideologische Selbsttäuschung, die vom unmittelbaren Umfeld und nicht selten sogar darüber hinaus mit-ertragen und mitgetragen werden muss, damit der Veganer oder die Veganerin selbst zu ihrem / seinem eigenen inneren Frieden findet.
Ethik ist aus ernährungsphysiolgischer Sicht immer ein Tanz auf Messers Schneide. Dass man sich als wohlhabender Mensch eine sehr viel gesündere Ernährungsweise leisten kann, als jene, die beim Lebensmitteleinkauf immer zuerst auf das Preisschild schauen müssen, steht wohl außer Zweifel.

Hierbei spielt Fleischkonsum noch überhaupt keine Rolle. Industrialisierte (verarbeitete) Lebensmittel, in welchen meist billigste Rohstoffe aus äußerst Umwelt-unverträglichster Landwirtschaft,  zusammen mit synthetisierten Aromastoffen und Geschmacksverstärkern zusammengepanscht werden, sind deutlich günstiger zu haben, als sogenannte Frischwahren des untersten Preissegments.

Weil in den meisten dieser günstigen Lebensmittel, mit Ausnahme einiger  französischer Schokoladesorten keine "Schlachtabfälle" aus der Fleischindustrie verwendet werden dürfen, Gelatine wird zwar auch daraus hergestellt.....kann man sich heutzutage auch als "ärmster Schlucker" grundsätzlich vegan bis vegetarisch ernähren. Wenn man über die ganzen Chemiezusätze (Synthetisierte Aromastoffe und einfachster Vitamine) großzügig hinweg schaut.
(27-03-2021, 12:24)Bion schrieb: [ -> ]Vegane Ernährung ist eine Modeerscheinung und weder ethisch noch ernährungsphysiologisch begründbar.

Ernährungsphysiologisch vielleicht nicht, aber wieso nicht ethisch?
Ich meine, da geht es doch um Vermeidung von Tierleid.
Was die ethische Komponente betrifft hatte ich ja im vorherstehenden Satz festgehalten, dass alle, die sich des Tierleids wegen vegetarisch ernähren, meines Respekts sicher sein dürfen.

Vegane Ernährung, also der zusätzliche Verzicht auf Verzehr von Milch, Milchprodukten, Eiern, Honig, bringt mMn keinen ethischen Mehrwert.
(27-03-2021, 20:18)Mustafa schrieb: [ -> ]
(27-03-2021, 12:24)Bion schrieb: [ -> ]Vegane Ernährung ist eine Modeerscheinung und weder ethisch noch ernährungsphysiologisch begründbar.

Ernährungsphysiologisch vielleicht nicht, aber wieso nicht ethisch?
Ich meine, da geht es doch um Vermeidung von Tierleid.

Wieso sollte die ernährungsphysiologisch nicht begründbar sein? Bei einer veganen Ernährung muss man zwar supplementieren, aber nicht begründbar ist es deswegen ja trotzdem nicht.
(27-03-2021, 20:52)Bion schrieb: [ -> ]Was die ethische Komponente betrifft hatte ich ja im vorherstehenden Satz festgehalten, dass alle, die sich des Tierleids wegen vegetarisch ernähren, meines Respekts sicher sein dürfen.

Vegane Ernährung, also der zusätzliche Verzicht auf Verzehr von Milch, Milchprodukten, Eiern, Honig, bringt mMn keinen ethischen Mehrwert.

Mit dem Verzehr von Milch und Eiern hängt auch Tierleid zusammen. Beim Honig sehe ich keine Probleme.
(27-03-2021, 21:05)Holmes schrieb: [ -> ]Wieso sollte die ernährungsphysiologisch nicht begründbar sein? Bei einer veganen Ernährung muss man zwar supplementieren, aber nicht begründbar ist es deswegen ja trotzdem nicht.

Nein, vegane Ernaehrung ist enraehrungsphysiologisch nicht begruendbar; ohne kuenstliche Supplementierung geht die nicht, und fuer bestimmte Altersgruppen ist sie sogar schaedlich. Das war schlicht eine Feststellung des momentanen Stands der Ernaehrungswissenschaft.

Bei ethischen Fragen zur Tierhaltung auch fuer die Produktion von Milchprodukten und Eiern wuerde ich allerdings schon Diskussionsbedarf sehen (das ist aber komplex, und dazu habe ich momentan nicht die Zeit).
(27-03-2021, 21:07)Holmes schrieb: [ -> ]Mit dem Verzehr von Milch und Eiern hängt auch Tierleid zusammen.

Werden Milch und Eier industriell hergestellt, stimmt das. Für Milchprodukte aus Almbetrieben und Eier aus Freilandhaltung weniger. Es würde also durchaus genügen, sich der Herkunft der Lebensmittel zu versichern.

Übrigens: Auch die Rodung von Regenwald für den Sojaanbau schafft Tierleid bzw. nimmt Wildtieren den Lebensraum.
(27-03-2021, 21:28)Ulan schrieb: [ -> ]
(27-03-2021, 21:05)Holmes schrieb: [ -> ]Wieso sollte die ernährungsphysiologisch nicht begründbar sein? Bei einer veganen Ernährung muss man zwar supplementieren, aber nicht begründbar ist es deswegen ja trotzdem nicht.

Nein, vegane Ernaehrung ist enraehrungsphysiologisch nicht begruendbar; ohne kuenstliche Supplementierung geht die nicht, und fuer bestimmte Altersgruppen ist sie sogar schaedlich. Das war schlicht eine Feststellung des momentanen Stands der Ernaehrungswissenschaft.

Bei ethischen Fragen zur Tierhaltung auch fuer die Produktion von Milchprodukten und Eiern wuerde ich allerdings schon Diskussionsbedarf sehen (das ist aber komplex, und dazu habe ich momentan nicht die Zeit).

Und was ist falsch daran zu supplementieren? Wenn es mit Supplementierung klappt, dann hat man ja kein Problem, deshalb verstehe ich das Problem nicht.
Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10